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Der Begriff Beruf leitet sich ab von "Berufung"...

Wie kommt man eigentlich auf einen bestimmten Beruf? Man wird Kaufmann, weil alle in der Familie Kaufmann sind? Man wird Arzt, weil man im Fernsehen immer sieht, was das für ein toller Beruf ist? Man studiert Sozialwissenschaft, weil der Numerus Clausus nichts anderes zulässt? Man wird Bäcker, weil es für Köche gerade keine Stelle gab?

Die Entscheidung für einen Beruf ist eine der wichtigsten Entscheidungen überhaupt im ganzen Leben. Da lohnt es sich schon, einige Zeit zu investieren, um eine wirklich überlegte und fundierte Wahl zu treffen. Das kann man nicht einfach dem Zufall überlassen.

Nicht zufällig leitet sich Beruf aus Berufung ab - für Erfolg im Beruf ist wichtig, dass man den wählen konnte, der den eigenen Stärken am besten entspricht.

Um die Frage "Was werde ich?" beantworten zu können, muss man sich als erstes mit den eigenen Fähigkeiten auseinander setzen und zu einer realistischen Selbsteinschätzung finden.

Der Berufsdienst – die Kernkompetenz Rotarys

Der Rotary Berufsdienst geht auf die Gründungszeit Rotarys zurück. „Der Berufsdienst ist vorgelebte Verantwortlichkeit“ lautete eines der Arbeitsziele, das sich Rotary und sein Gründer Paul Harris vor nunmehr über 100 Jahren unter dem Leitmotiv „Dienstbereitschaft im alltäglichen Leben“ gesetzt hat.

Unter dieser Maxime stehen auch die vielfältigen Projekte, die die Rotary Clubs im Distrikt 1870 seit vielen Jahren mit großem Erfolg und sichtbarer Nachhaltigkeit durchführen. Führte der Berufsdienst bis vor etwa 20 bis 15 Jahren in vielen Rotary Clubs noch ein Schattendasein, so ist in diesen zentralen Dienst im Distrikt 1870 in den letzten Jahren Bewegung gekommen.

Berufsdienstveranstaltungen sind in den meisten Clubs mittlerweile feste Bestandteile im Jahresprogramm. Auch die Besetzung des Berufsdienstes als Vorstandsmitglied B im Club ist distriktweit nahezu zu 100 Prozent erfüllt. Eine Steigerung seines Stellenwertes könnte der Berufsdienst allerdings noch erfahren, wenn der jeweilige Club-Beauftragte auch Mitglied im Mitgliederausschuss ist, dort die Erstellung und Überwachung der Klassifikationsstruktur im Club übernimmt und damit auf eine Besetzung möglichst vieler Berufsklassen mit einwirken kann.

Auch eine mehrjährige, z.B. 3-jährige Besetzung des Berufsdienstes mit einem Mitglied ist aus Gründen der Kontinuität der Arbeit ratsam. Rotary gründet seine Stärke in der Vielfalt der in den Clubs vertretenen Berufsgruppen.

Der Berufsdienst nimmt daher einen zentralen Platz in der Arbeit eines Rotary Clubs ein. Das beginnt bereits mit der Berücksichtigung des Berufsklassenprinzips bei der Auswahl und Aufnahme neuer Mitglieder. „Rotarier wird man durch seinen Beruf“.

Das Berufsklassenprinzip ist ein konstituierendes Moment Rotarys. Es ist „Das eigentliche Markenzeichen Rotarys“ (B.Rattakul, RI-Präsident 2002/2003). Gemäß diesem Prinzip werden Frauen und Männer Mitglieder eines Rotary Clubs als Vertreter/innen einer speziellen Berufsklasse.

Mit dem Berufsklassenprinzip hat Rotary durch die Vielfalt der Berufe die Grundlage für ein beispielloses Netzwerk geschaffen, in dem die Mitglieder ihrer beruflichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, ihre Erfahrung und Innovation ehrenamtlich in den Dienst der Gesellschaft stellen. Rotarier/innen stehen damit in einer doppelten Verantwortung: Sie repräsentieren ihren Beruf im Club, andererseits leben sie die Ideale Rotarys im Berufsleben vor. Dabei verpflichten sie sich zur Anerkennung und Weitergabe hoher ethischer Normen als Richtlinie für ihr Handeln.

Zitat: „Der Berufsdienst ist das Feld unserer Bewährung. Er ist das Gewissen Rotarys und der Rotarier“ (B.Rattakul) Der Berufsdienst hat einen klar definierten Dienstleistungsauftrag mit Wirkung nach innen und nach außen: Zu seinen Aufgaben gehört es u.a. ,
1) die Rotarischen Freundinnen und Freunde bei der Umsetzung der ethischen Grundsätze der Prinzipien der 4-Fragen-Probe zu unterstützen („ Wer Rotary ernst nimmt, wird die Rotarischen Spielregeln zur Leitlinie seines Handelns machen“),

2) die beruflichen Kompetenzen der Mitglieder ehrenamtlich in den Dienst der Gesellschaft zu stellen. „Service above self“ lautete die vor 100 Jahren von Benjamin F. Collins formulierte Maxime, ein Satz, der wie damals auch heute ein wichtiges Leitmotiv rotarischen Handelns darstellt. Daher ist gerade im Berufsdienst der persönlicher Einsatz der Mitglieder verlangt, erst in zweiter Linie das finanzielle Engagement. („Rotarier wird, wer etwas tun will“).

3) durch Information, Erfahrungsaustausch und Öffentlichkeitsarbeit die vielfältigen Herausforderungen und Möglichkeiten dieser Rotarischen Kernkompetenz stärker bewusst zu machen.


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